Kommentar31. Dezember 2018

Zum Jahreswechsel

Ich will allen, die mich in diesem Jahr begleitet haben, ganz herzlich danken. Es war kein einfaches Jahr für mich. Ich kann nur sagen, die Unterstützung, die ich erfahren habe, hat mir gut getan. Ich will mich dafür mit diesen Gedanken bedanken.

Vom Glück

Ich wurde gefragt, was Kinder glücklich macht.

Der Anfang lässt sich beschreiben: Kinder wollen sich sicher fühlen, sie wollen dazugehören, sie wollen anerkannt sein.

Kommt bekannt vor? Genau – es ist auch unser Erwachsenenprogramm. Wer sich in Beziehungen wohl fühlt und wer in seiner Welt etwas bewirken kann, hat gute Voraussetzungen, um zufrieden und lebendig zu sein.

Das bedeutet nicht immer Glück, natürlich nicht. Aber immerhin das: dass wir unser Leben mit guten Möglichkeiten bestreiten. Mehr ist nicht im Angebot.

Und wie entsteht bei Kindern das Gefühl von Sicherheit, von Zugehörigkeit, von Anerkennung?

Es entsteht im Alltag. In den tagtäglichen Beziehungen und Erfahrungen, die sie machen: Ich habe Schutz gefunden, wo ich in Not war. Ich bedeute den mir wichtigen Menschen etwas – nämlich die ganze Welt. Sie nehmen mich ernst. Ich kann mich einbringen und die Welt erkunden.

In einem solchen Rahmen werden Kinder selbstbewusst, stark und beziehungsfähig. So wachsen sie.

Gar nicht so einfach, ihnen das alles zu geben! Denn das gelingt ja umso besser, je sicherer wir Eltern selbst im Leben stehen.

Und vielleicht ist das der Grund, warum auch die besten Eltern kein Anrecht auf glückliche Kinder haben. Denn ob unsere Liebe ankommt, liegt ja auch daran, ob wir selber leuchtende Augen haben oder matte Augen. Ob wir mit Freude auf die Welt blicken oder mit Unbehagen. Ob wir in unserem Leben Rückenwind oder Gegenwind haben. Alles Dinge, die wir selbst nicht machen können.

Wir Eltern können nur das Beste aus dem Blatt machen, das wir gerade in der Hand halten.

Und jeden Tag dazulernen: jeden Tag versuchen so stark zu sein, wie es gerade eben geht. So klug zu sein, wie es geht. Und so gütig, wie wir können.

Ansonsten können wir nur hoffen, dass das Leben uns gut behandelt. Mehr ist auch für uns Große nicht im Angebot.

Ich wünsche Euch für 2019 dieses Glück.

Denen, die es nicht haben wünsche ich das: dass sie von denen, die es haben, rücksichtsvoll, freundlich und wohlwollend behandelt werden.

HRP

 

 

8 Kommentare

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  • Katharina Aras

    Danke, dass Sie uns an ihren klugen und warmherzigen Gedanken teilhaben lassen! Ich wünsche Ihnen für das kommende Jahr von Herzen nur das Beste (Oder so gut wie es eben geht ?)

  • Sabrina Kneese

    Von ganzem Herzen Dank für diese Worte, Herr Renz-Polster. ??

  • Kerstin Etzold

    Alles Gute für das neue Jahr!

  • Marlene

    Danke, das geht ins Herz ?

  • Wallfahrtskirche Klausen

    Lieber Herr Renz-Polster, vielen Dank für die tollen Worte zum Jahresbeginn. Wir erinnern uns gerne an Ihren inspirierenden Vortrag Anfang 2018 in der Wallfahrtskirche Klausen. Ihnen und Ihrer Familie alles Gute und Gottes Segen.

    • Susanne mit Kaleb

      Ich schaue auf das vergangene Jahr zurück und bin dankbar, das sie Teil unseres Alltages waren! Ich wünsche Ihnen von Herzen alles gute und Gottes Segen!

  • Anne W.

    Vielen Dank für diese tollen Worte!

  • Melanie Weniger

    Lieber Herr Renz-Polster,
    Ihre Worte rühren mich zu Tränen. Unfassbar, wie man es schaffen kann, so viel Wahres in ein paar Zeilen zu schreiben, so was Elementares in wenigen Worten zusammenzufassen! Ihre Auffassung von Glück stellt Vieles, was man im Allgemeinen mit „Glück“ bezeichnet, völlig in den Schatten! Es geht nichts über leuchtende, strahlende Kinderaugen, als Innbegriff von „glücklich und lebendig sein“, als Spiegel unserer Lebendigkeit und Zufriedenheit. Danke!
    Melanie Weniger

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